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Glossar

Hier finden Sie wichtige Begriffserklärungen in alphabetischer Sortierung.

 GHS
Das europäische Global Harmonisierte System (GHS) zur Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Gefahrstoffen ist mit der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 am 20. Januar 2009 in Kraft getreten und ersetzte bis 2015 die bisherige europäische Stoffrichtlinie 67/548/EWG sowie die Zubereitungsrichtlinie 1999/45/EG. Seit Dezember 2010 dürfen Stoffe, seit Juni 2015 Gemische/Zubereitungen nur noch nach der neuen Verordnung gekennzeichnet werden (doppelte Kennzeichnung auf dem Etikett ist nicht zulässig). In Sicherheitsdatenblättern jedoch mussten bis 2015 sowohl die neue als auch die alte Einstufung parallel aufgeführt werden.
Die bis dato verwendeten Gefahrensymbole wurden durch die neuen GHS-Gefahrenpiktogramme ersetzt. Anstelle der orangefarbenen Gefahrensymbole stehen weiße, auf der Spitze stehende Quadrate mit rotem Rand.
 Giftig
Nach GHS bzw. der CLP-Verordnung EG Nr. 1272/2008 werden akut toxische Stoffe und Gemische mit dem Piktogramm GHS06 gekennzeichnet.
 Griffsicherheit
Griffsicherheit ist im Wesentlichen von Form und Größe des Schutzhandschuhes sowie von Flexibilität und dem Reibungswiderstand der Materialien abhängig. Die Griffsicherheit kann durch Profilierung (z. B. Rautenprofil) verbessert werden.
 H-Sätze - Gefahrenhinweise
Nach GHS bzw. der CLP-Verordnung EG Nr. 1272/2008 beschreiben die Gefahrenhinweise, H-Sätze (hazard statements) die Art und gegebenenfalls den Schweregrad der Gefährdung. Es handelt sich um standardisierte Textbausteine.
 Hand- und Hautschutz
Darunter versteht man den Schutz der Hand bzw. der Haut mittels Schutzhandschuhen und Hautschutzmitteln, unterstützt durch die geeignete Hautreinigung und Hautpflege.
Beruflicher Hautschutz beinhaltet die Vermeidung des Kontaktes zwischen Schadstoffen und der Haut. Hierzu sollten Hautschutzmaßnahmen in folgender Reihenfolge durchgeführt werden:

- Der Austausch (haut)schädigender Stoffe durch gefahrlose oder weniger schädigende Stoffe.
- Die Auswahl geeigneter Arbeitsverfahren/technischen Schutzmaßnahmen, um den direkten Hautkontakt zu vermeiden.
- Sorgfalt des Einzelnen beim Umgang mit den Stoffen und persönliche Hygiene.
- Der Einsatz geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen (Schutzhandschuhe bzw. Hautschutz im engeren Sinne). Hautschutz im engeren Sinne beinhaltet das Tragen von Schutzhandschuhen, ggf. die vorbeugende Anwendung spezieller Hautschutzmittel vor Arbeitsbeginn, eine schonende Reinigung der Hände sowie die Anwendung von Hautpflegecreme zur Unterstützung der Regernation der Haut nach der Reinigung.
 Hautarztbericht
Bericht, der im Rahmen des Hautarztverfahrens an die Berufsgenossenschaft gesendet wird. Er weist auf eine drohende Hauterkrankung hin (s. a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Hautarztverfahren“).
 Hauterkrankungen
Bei beruflichen Hauterkrankungen handelt es sich meistens um Ekzeme, d.h. um nicht ansteckende Entzündungen der oberen Haut. Diese können mit Juckreiz, Brennen, Hautrötung, und Bläschen verbunden sein (z. B. allergisches Kontaktekzem). Personen mit besonders empfindlicher Haut und Personen, bei denen die Haut bereits vorgeschädigt ist, tragen ein höheres Risiko von Hauterkrankungen. Bei Auftreten von Hautveränderungen wie den oben beschriebenen, ist ein Arzt, möglichst der Betriebsarzt oder ein Hautarzt, aufzusuchen. Zur Klärung eines möglichen Zusammenhanges mit der beruflichen Tätigkeit sollte der Betriebsarzt oder der Hautarzt das Hautarztverfahren einleiten (s.a. Rubrik:Grundwissen - Grundlagen: „Hautarztverfahren“).
 Hautmittel
Hautmittel sind alle Mittel, die den Zweck des Hautschutzes erfüllen. Hautmittel ist also ein Oberbegriff für Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel.
 Hautpflege
Behandlung der Haut vor oder nach der Arbeit zum Ausgleich von Belastungen, z. B. durch Cremes.
 Hautpflegecreme / Hautpflegemittel
Hautpflegemittel sind Hautmittel, die nach einer hautbelastenden Tätigkeit auf die saubere Haut aufgetragen werden. In der Regel sind dies fett- und feuchtigkeitshaltige Cremes, die eine natürliche Regeneration der Haut unterstützen. Auch das Ausmaß der Hautpflege sollte individuell in Abhängigkeit vom Arbeitsprozess sowie vom Hauttyp erfolgen. Faktoren, die eine besonders sorgfältige Hautpflege erfordern, sind trockene Haut und niedrige Luftfeuchtigkeit. Bereits durch das Auftragen einer dünnen Schicht Hautpflegecreme kann ein Mangel an Feuchtigkeit und speziellen Fettstoffen wieder ausgeglichen werden.
 Hautreinigungsmittel
Hautreinigungsmittel sind Hautmittel, die nach einer Tätigkeit zur Entfernung unerwünschter Stoffe sowie Schmutz auf der Haut eingesetzt werden (s.a. Grundwissen - Grundlagen: „Hautreinigung - möglichst schonend“).
 Hautresorptiv
Stoffe und Zubereitungen/Gemische, die sowohl über eine vorgeschädigte als auch die intakte Haut aufgenommen werden können und Organerkrankungen verursachen können. Dies sind Gefahrstoffe, die z. B. eines der nachfolgenden Kriterien aufweisen:

- Nennung als hautresorptiv in der TRGS 900 und TRGS 905,
- Einstufung mit H310, H311 oder H312
Mit „H“ in der MAK- und BAT-Wert Liste der DFG gekennzeichnete Stoffe sind ebenfalls als hautresorptiv zu betrachten. Eine (nicht abschließende) Liste hautresorptiver Stoffe findet man in der TRGS 401 Anlage 2.
 Hautschichten
Die menschliche Haut hat einen schichtförmigen Aufbau. Die äußerste Hautschicht, die so genannte Oberhaut (Epidermis) übernimmt eine wichtige Schutzfunktion gegen äußere Einflüsse. An die Oberhaut schließt sich die Lederhaut (Dermis) an, die als Bindegewebsstruktur für die Festigkeit und Belastungsfähigkeit der Haut verantwortlich ist. Das Fett- und Bindegewebe der Unterhaut (Subcutis) wirkt wärmend auf den Körper und dient als elastisches Polster bei Stoß und Druck (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Wissenswertes zur Haut“).
 Hautschutzmittel / Hautschutzcreme
Hautschutzmittel sind Hautmittel, die vor einer hautbelastenden Tätigkeit auf die saubere Haut aufgetragen werden und deren Schutzwirkung für die bestimmungsgemäße Anwendung mittels Wirksamkeitsnachweis nachgewiesen ist. In Abhängigkeit von den eingesetzten Arbeitsstoffen kann ein Hautschutzmittel auch die Hautreinigung nach der Arbeit erleichtern. Da es kein universelles Hautschutzmittel gibt, muss die Auswahl jeweils auf die spezifische Hautgefährdung abgestimmt sein und sich an der gefährdenden Tätigkeit orientieren. Insbesondere beim Umgang mit hautresorptiven Gefahrstoffen sollte der Einsatz von Hautschutzmitteln sehr sorgfältig abgewogen werden. Hautschutzmittel müssen den Anforderungen der Kosmetikverordnung entsprechen (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Inhaltsstoffe von Hautmitteln“).
 Hautschutzplan
Der Hautschutzplan muss für einen Arbeitsplatz/-bereich speziell aufgestellt werden. Er beinhaltet die Hautgefährdung am Arbeitsplatz und  welche Schutzhandschuhe und Hautmittel für den bestimmten Arbeitsplatz zu verwenden sind. Der Hautschutzplan sollte alle einzusetzenden Schutzprodukte aufführen. Er sollte an Waschplätzen bzw. an Arbeitsplätzen ausgehängt werden und zur Benutzung auffordern.
 Hydrophile Substanzen
Wasserliebende bzw. stark mit Wasser (oder anderen polaren Stoffen) wechselwirkende Substanzen. Das Gegenteil von hydrophil lautet hydrophob.
 Hydrophobe Substanzen
Wassermeidende bzw. nicht mit Wasser mischbare Substanzen. Das Gegenteil von hydrophob lautet hydrophil.
 Hygienische Händewaschung
Verfahren zur Anwendung von Desinfektionsmitteln mit Hilfe eines Waschpräparates und Wasser. Reinigung und Dekontamination erfolgen also in einem Arbeitsgang. Früher als "Händedekontamination" bezeichnet.
 IIR (Isobutyl-Isopren-Rubber)
Siehe Butylkautschuk
 INCI-Deklaration
(INCI: International Nomenclature of Cosmetic Ingredients, engl. für : Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe)
In Europa einheitliche Nomenklatur zur Angabe der Inhaltsstoffe auf den Packungen kosmetischer Mittel. Die Inhaltsstoffe werden hierbei in der Reihenfolge ihrer Mengenanteile angegeben. Der Inhaltsstoff mit dem größten Anteil steht am Anfang. Rohstoffe die weniger als 1 % der Gesamtbestandteile ausmachen, müssen nicht in der vorgenannten Reihenfolge aufgelistet werden (s.a. Rubrik: Grundlagen - Grundwissen: "Inhaltsstoffe von Hautmitteln").
 Innenauskleidung
Die Innenauskleidung des Handschuhs dient dazu, den Tragekomfort zu erhöhen. Häufig findet man Baumwollgewebe / Velourisierung. Bei dünnwandigeren Latex- oder Elastomerhandschuhen wird auch eine Baumwollbeflockung eingesetzt. Handschuhe ohne Trägergewebe werden bei der Fabrikation teilweise gepudert, um ein leichtes Anziehen zu gewährleisten.
 Kategorien von Schutzhandschuhen
Schutzhandschuhe werden je nach Schutzanforderungen in drei Kategorien eingeteilt:
Kategorie I: Schutz vor minimalen Risiken, geringe Schutzanforderung (Schutz gegen oberflächliche Verletzungen, z. B. Gartenarbeiten, stark verdünnte Reinigungslösungen, Temperaturen bis 50 °C etc.). Die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen bestätigt der Hersteller durch die Anbringung eines CE-Kennzeichens.
Kategorie II: Schutz vor mittleren Risiken - insbesondere Schutz gegen mechanische Gefährdung. Die Handschuhe müssen von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle auf die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen getestet und zertifiziert werden. Die Handschuhe tragen eine CE-Kennzeichnung.
Kategorie III: Schutz vor hohen Risiken - insbesondere Schutz gegen irreversible Gesundheitsschäden und tödliche Gefahren beim Umgang mit chemischen Arbeitsstoffen, Hitze, Kälte, Strahlung oder Strom. Die Einhaltung der Sicherheitsforderungen werden von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle getestet und zertifiziert.  Die Handschuhe tragen eine CE-Kennzeichnung mit Kennnummer der Prüfstelle (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Kennzeichnung von CSH“)
 Kennzeichnung von Hautschutzmitteln
Für die bestimmungsgemäße Verwendung ist es erforderlich, dass

- Hautschutzmittel als solche eindeutig gekennzeichnet sind (Hautschutzmittel müssen eindeutig und leicht erkennbar von Hautreinigungsmitteln und Hautpflegemitteln zu unterscheiden sein).
- Hautschutzmittel für unterschiedliche Einsatzgebiete so gekennzeichnet sind, dass sie leicht unterschieden werden können (Unterscheidungsprobleme können z. B. an benachbarten Arbeitsplätzen mit unterschiedlichen Expositionen oder an Ausgabestellen auftreten). Weiteres siehe Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „BGI/GUV-I 8620 Allgemeine Präventionsleitlinie Hautschutz“ sowie „Präventionsleitlinie - Kennzeichnung von Hautschutzmitteln“.
 Kennzeichnung von Schutzhandschuhen
Schutzhandschuhe müssen nach DIN EN 420 gekennzeichnet sein. Die Handschuhkennzeichnung muss deutlich sichtbar, lesbar und über die vorhersehbare Gebrauchszeit unauslöschbar angebracht sein. Sie umfasst den Namen des Herstellers, die Handschuhbezeichnung (Produktname, Größe und Code) sowie die CE-Kennzeichnung (weiteres siehe Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Kennzeichnung von Chemikalienschutzhandschuhen“).
 Kennzeichnungselemente von Gefahrstoffen nach GHS (CLP-Verordnung)
Gefahrenpiktogramme Auffälligstes Element der Kennzeichnung sind die Gefahrenpiktogramme: schwarze Symbole auf weißem Hintergrund in rot umrandeten Rauten. Sie warnen bildhaft vor den Gefahren.
Signalwort Signalwörter sind GHS-spezifische Kennzeichnungselemente. Sie geben Auskunft über den relativen Gefährdungsgrad und machen Personen, die mit dem Stoff oder Gemisch umgehen, auf eine potentielle Gefahr aufmerksam. Es gibt zwei Signalwörter:
- GEFAHR steht für die schwerwiegenden Gefahrenkategorien
- ACHTUNG steht für die weniger schwerwiegenden Gefahrenkategorien.
Gefahrenhinweise - H-Sätze Die Gefahrenhinweise, H-Sätze (hazard statements) beschreiben die Art und gegebenenfalls den Schweregrad der Gefährdung. Es handelt sich um standardisierte Textbausteine.
Sicherheitshinweise - P-Sätze Die Sicherheitshinweise, P-Sätze (precautionary statements), beschreiben Maßnahmen, um schädliche Wirkungen eines gefährlichen Stoffs oder Gemischs bei seiner Verwendung oder Beseitigung zu begrenzen oder zu vermeiden.
P-Sätze sind ebenfalls standardisiert.
Ergänzende Gefahrenhinweise - EUH-Sätze Die CLP-Verordnung enthält ergänzend zu den H-Sätzen noch EUH-Sätze (supplemental hazard statements). Sie greifen Inhalte auf, die im GHS der Vereinten Nationen nicht geregelt sind.
Produktidentifikation Im Falle eines Stoffes ist der chemische Name auf dem Kennzeichnungsschild aufzuführen. Zusätzlich kann eine Identifikationsnummer angegeben sein. Ist der Stoff harmonisiert eingestuft, sind die dort verwendeten Angaben maßgeblich.  
Ansonsten sind die Daten aus dem Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis der Europäischen Agentur für chemische Stoffe (ECHA), welche die Einstufungen der Industrie in einer Datenbank veröffentlicht, zu verwenden. Ist der Stoff in beiden Verzeichnissen nicht enthalten, ist er entsprechend einer internationalen Nomenklatur zu benennen.
Bei Gemischen ist der Handelsname oder die Bezeichnung anzugeben. Außerdem ist die Identität derjenigen Inhaltsstoffe aufzuführen, die zu der Einstufung des Gemisches beitragen.
Angaben zum Lieferanten Auf dem Kennzeichnungsschild sind Name, Anschrift sowie Telefonnummer des Herstellers, Importeurs oder sonstigen Lieferanten anzugeben. Die CLP-Verordnung stellt hier die gleichen Anforderungen wie das System nach Stoff- und Zubereitungsrichtlinie.
 Kevlar® (Polyaramid)
Schutzhandschuhe aus Kevlar® (Polyaramid) Fasern besitzen eine hohe Schnitt-, Hitze- und Abriebfestigkeit.
 Konservierungsmittel
Konservierungsmittel sind Stoffe und Gemische, die z. B. zu kosmetischen Mitteln hinzugefügt werden, um die Entwicklung von Mikroorganismen in diesen Erzeugnissen zu hemmen (weiteres siehe Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Inhaltsstoffe von Hautmitteln“).
 Kosmetikverordnung
Durch die Kosmetik-Verordnung soll vor allem der Gesundheitsschutz und die Verbraucherinformation gewährleistet werden, indem die Zusammensetzung und Kennzeichnung der kosmetischen Mittel geregelt wird.
 Latex-Handschuhe
Latex ist ein milchähnlicher Pflanzensaft. Er wird vor allem zur Herstellung von Gummi durch Vulkanisierung verwendet. Die aus Latex hergestellten Handschuhe sind sehr elastisch und eignen sich für Tätigkeiten, die ein hohes Fingerspitzengefühl erfordern. Naturkautschuk enthält jedoch ca. 2 bis 4 % Proteine. Dieser Proteinanteil unterscheidet Naturkautschuk vom Synthesekautschuk. Diese Proteine können Allergien auslösen, besonders kritisch sind gepuderte Latexhandschuhe (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: "Handschuhmaterialien für Chemikalienschutzhandschuhe").
 Latexallergie
Allergische Reaktionen auf Latexprodukte, sind in der Regel mit Hautrötung und Quaddelbildung verbunden. Jeder allergischen Reaktion geht ein Prozess voraus, den man als Sensibilisierung bezeichnet. Für die Sensibilisierung genügt ein einmaliger Kontakt mit der spezifischen Substanz. Eine Sensibilisierung kann sich auch erst nach jahrelangem problemlosem Gebrauch ausprägen.