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Häufig gefragt

Ja, Hautschutzmittel gehören zu den persönlichen Schutzausrüstungen und sind bei entsprechender Gefährdung vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellen.

Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Verwendung geeigneter Hautschutzmittel weniger Hautkrankheiten auftreten. Voraussetzung ist allerdings neben der richtigen Auswahl und Anwendung, dass nach einem stimmigen Gesamtkonzept verfahren wird. Hierzu gehören hautschonende Arbeitstechniken, schonende Reinigung der Haut nach der Arbeit und Pflege in der Freizeit, Mitarbeiterschulung und Motivationsförderung, ggf. gezielte Einzelberatung von Mitarbeitern mit Hautproblemen.

Dies ist nicht ratsam, denn in der Regel sind die im Handel frei verkäuflichen Handcremes nur zur Pflege geeignet. Ein wirksamer Hautschutz bei spezifischen Tätigkeiten ist nicht gewährleistet. Es ist zudem nicht sicher, ob es bei Kontakt mit Arbeitsstoffen sogar für die Haut zu schädlichen Wechselwirkungen kommt. Überdies ist es möglich, dass Inhaltsstoffe der nicht getesteten Cremes zu Schäden am Produkt führen (z. B. silikonhaltige Cremes im Lackierprozess). Ggf. fragen Sie bitte Ihren Betriebsarzt.

Grundsätzlich der Unternehmer. Nur bei Verdacht auf eine Berufskrankheit, übernimmt der Unfallversicherungsträger ggf. für einen bestimmten Zeitraum nach der Meldung der Erkrankung die Kosten für besondere Maßnahmen.

Wenn die Gefährdungsbeurteilung ergeben hat, dass eine Hautgefährdung vorliegt und Schutzhandschuhe und/oder Hautschutzmittel eine geeignete Maßnahme darstellen, ist der Unternehmer verpflichtet, diese zur Verfügung zu stellen.
Weitere Informationen dazu erhalten Sie von Ihrem Vorgesetzten, Ihrem Betriebsarzt, Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit oder Ihrer Personalvertretung.

Vor jeder Benutzung müssen Persönliche Schutzausrüstungen vom Beschäftigten auf augenscheinliche Mängel hin geprüft werden (Sicht-/Funktionsprüfung). Sofern dieser vermutet, dass kein ordnungsgemäßer Zustand der PSA vorliegt, so hat er dieses dem Unternehmer bzw. seinem Beauftragten unverzüglich zu melden.

Wenden Sie sich an Ihren Betriebsarzt oder einen anderen Arzt Ihres Vertrauens. Er wird Sie beraten, ob die Hautveränderungen mit Ihren persönlichen Arbeitsbedingungen in einem Zusammenhang stehen könnten. Jeder Arzt ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine Berufskrankheitenanzeige zu erstatten, sofern der begründete Verdacht einer Erkrankung nach der Berufskrankheitenliste besteht.

In aller Regel ist die Erfahrung zu machen, dass es mit weniger Irritation für die Haut verbunden ist, wenn zuerst eine möglichst milde Hautreinigung erfolgt und danach die Desinfektion (und nicht umgekehrt). Oft genügt die Desinfektion allein und eine vorherige Reinigung ist nicht notwendig. Branchenspezifisch können sich Notwendigkeiten für die eine oder andere Reihenfolge ergeben.

Zur Verfügung stellen bedeutet, dass Persönliche Schutzausrüstungen am Einsatzort funktionsbereit vorhanden sind. Dabei ist zu beachten, dass nur solche PSA zur Verfügung gestellt werden darf, die mit der CE-Kennzeichnung versehen ist. Mit der vorhandenen CE-Kennzeichnung ist auch die Forderung des § 2 Abs. 1 Ziffer 1 der PSA-Benutzungsverordnung erfüllt.

Bei schmutzintensiven Tätigkeiten sollte zunächst versucht werden, geeignete Handschuhe zu verwenden. Vor Arbeitsbeginn sollte ein Hautschutzmittel aufgetragen werden. Hautschutzmittel benetzen die feinen Vertiefungen der Haut und erleichtern eine anschließende Reinigung mit möglichst sanften (z. B. reibemittelfreien) Hautreinigern. Mit anderen Worten: Die Anwendung von Hautschutzmitteln ist bei dem vorhersehbaren Auftreten von Hautverunreinigungen eine wichtige Voraussetzung für eine schonende Handreinigung.
Für die Reinigung sollte keine Handbürste verwendet werden, da dies die Haut mechanisch stark belastet. Inakzeptabel ist, vor allem bei schon vorgeschädigter Haut, die Verwendung einer Handbürste durch mehrere Mitarbeiter. Bei der Reinigung mit einer »Gemeinschaftsbürste« können Keime in die Haut einmassiert werden und dann zu entzündlichen Reaktionen (Ekzemen) führen.

Stäube können nicht nur die Atemwege, sondern auch die Haut belasten. Wenn feine Staubpartikel tief in die Poren der Haut eindringen, können diese in Verbindung mit Schweiß sehr intensiv einwirken und, vor allem bei vorgeschädigter Haut, zu weiteren Hauterkrankungen führen.
Zum Schutz vor Stäuben und Schmutz können z. B. einseitig beschichtete Gewebehandschuhe eingesetzt werden. Die flächige Beschichtung der Handschuhinnenseiten erschwert eine Durchdringung des Gewebes. Dadurch ist die Handinnenseite besser vor Stäuben und Schmutz geschützt als bei gewöhnlichen Baumwollhandschuhen. Der Handschuhrücken ist nicht beschichtet und ermöglicht in der Regel eine ausreichende Abgabe von Handschweiß nach außen.
Da ein Staubeintrag in den Handschuh schon aufgrund des unbeschichteten Handschuhrückens nicht völlig vermieden werden kann, sollten diese Gewebehandschuhe regelmäßig gegen neue oder gewaschene Exemplare ausgetauscht werden.

Bei bestimmten Arbeiten müssen ggf. für längere Zeit flüssigkeitsdichte Chemikalienschutzhandschuhe getragen werden. Dabei kann es je nach Dauer dieser Arbeiten und Temperatur zu massiver Schweißbildung im Handschuh kommen. Schweiß führt bei längerem Einwirken zum Aufweichen der Haut. In die aufgeweichte Haut können Schadstoffe und Krankheitserreger leichter eindringen.
Kann die Tragedauer der Chemikalienschutzhandschuhe nicht reduziert werden, können Handschuhe mit einem innen liegenden Strickgewebe oder Unterziehhandschuhe aus Baumwolle verwendet werden. Unterziehhandschuhe haben den Vorteil, dass man den Chemikalienschutzhandschuh meistens weiter nutzen kann und bei Bedarf nur den verschwitzten Unterziehhandschuh wechseln muss.
Es können auch mehrere Paare der Chemikalienschutzhandschuhe genutzt werden. Wenn ein Handschuhpaar verschwitzt ist, kann man dieses auf einer Aufhängevorrichtung trocknen lassen und benutzt dann ein anderes, trockenes Paar dieser Handschuhe.


Von der Benutzung spezieller Hautschutzmittel, die die Hauterweichung durch das Schwitzen in Handschuhen verringern sollen, wird nach heutigem Kenntnisstand abgeraten. Bisher liegen keine überzeugenden Nachweise einer Schweißreduzierung oder Barrierestabilisierung beim Einsatz von Hautschutzmitteln unter Schutzhandschuhen vor.

Das Hautschutzmittel muss für den vorgesehenen Schutz, z. B. gegen Lösemittel, geeignet sein. Haben verschiedene Mitarbeiter mit vergleichbaren Stoffen Umgang, ist normalerweise ein einheitliches Hautschutzmittel ausreichend. Individuelle Hautschutzmittel sind nur notwendig, wenn bei einzelnen Mitarbeitern Allergien gegen Inhaltsstoffe eines Hautschutzmittels bestehen oder an bestimmten Arbeitsplätzen spezielle Anforderungen gestellt werden.
Wird ein geeignetes Hautschutzmittel von der überwiegenden Mehrheit der Beschäftigten akzeptiert und mit Erfolg angewendet, ist es besser, bei speziellen Anforderungen an einzelnen Arbeitsplätzen ein zusätzliches Hautschutzmittel einzusetzen. Die Verwendung von einem Universalmittel für alle bzw. alle Arbeitsbereiche ist häufig nicht möglich.