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Glossar

Hier finden Sie wichtige Begriffserklärungen in alphabetischer Sortierung.

 H-Sätze - Gefahrenhinweise
Nach GHS bzw. der CLP-Verordnung EG Nr. 1272/2008 beschreiben die Gefahrenhinweise, H-Sätze (hazard statements) die Art und gegebenenfalls den Schweregrad der Gefährdung. Es handelt sich um standardisierte Textbausteine.
 Hand- und Hautschutz
Darunter versteht man den Schutz der Hand bzw. der Haut mittels Schutzhandschuhen und Hautschutzmitteln, unterstützt durch die geeignete Hautreinigung und Hautpflege.
Beruflicher Hautschutz beinhaltet die Vermeidung des Kontaktes zwischen Schadstoffen und der Haut. Hierzu sollten Hautschutzmaßnahmen in folgender Reihenfolge durchgeführt werden:

- Der Austausch (haut)schädigender Stoffe durch gefahrlose oder weniger schädigende Stoffe.
- Die Auswahl geeigneter Arbeitsverfahren/technischen Schutzmaßnahmen, um den direkten Hautkontakt zu vermeiden.
- Sorgfalt des Einzelnen beim Umgang mit den Stoffen und persönliche Hygiene.
- Der Einsatz geeigneter persönlicher Schutzausrüstungen (Schutzhandschuhe bzw. Hautschutz im engeren Sinne). Hautschutz im engeren Sinne beinhaltet das Tragen von Schutzhandschuhen, ggf. die vorbeugende Anwendung spezieller Hautschutzmittel vor Arbeitsbeginn, eine schonende Reinigung der Hände sowie die Anwendung von Hautpflegecreme zur Unterstützung der Regernation der Haut nach der Reinigung.
 Hautarztbericht
Bericht, der im Rahmen des Hautarztverfahrens an die Berufsgenossenschaft gesendet wird. Er weist auf eine drohende Hauterkrankung hin (s. a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Hautarztverfahren“).
 Hauterkrankungen
Bei beruflichen Hauterkrankungen handelt es sich meistens um Ekzeme, d.h. um nicht ansteckende Entzündungen der oberen Haut. Diese können mit Juckreiz, Brennen, Hautrötung, und Bläschen verbunden sein (z. B. allergisches Kontaktekzem). Personen mit besonders empfindlicher Haut und Personen, bei denen die Haut bereits vorgeschädigt ist, tragen ein höheres Risiko von Hauterkrankungen. Bei Auftreten von Hautveränderungen wie den oben beschriebenen, ist ein Arzt, möglichst der Betriebsarzt oder ein Hautarzt, aufzusuchen. Zur Klärung eines möglichen Zusammenhanges mit der beruflichen Tätigkeit sollte der Betriebsarzt oder der Hautarzt das Hautarztverfahren einleiten (s.a. Rubrik:Grundwissen - Grundlagen: „Hautarztverfahren“).
 Hautmittel
Hautmittel sind alle Mittel, die den Zweck des Hautschutzes erfüllen. Hautmittel ist also ein Oberbegriff für Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel.
 Hautpflege
Behandlung der Haut vor oder nach der Arbeit zum Ausgleich von Belastungen, z. B. durch Cremes.
 Hautpflegecreme / Hautpflegemittel
Hautpflegemittel sind Hautmittel, die nach einer hautbelastenden Tätigkeit auf die saubere Haut aufgetragen werden. In der Regel sind dies fett- und feuchtigkeitshaltige Cremes, die eine natürliche Regeneration der Haut unterstützen. Auch das Ausmaß der Hautpflege sollte individuell in Abhängigkeit vom Arbeitsprozess sowie vom Hauttyp erfolgen. Faktoren, die eine besonders sorgfältige Hautpflege erfordern, sind trockene Haut und niedrige Luftfeuchtigkeit. Bereits durch das Auftragen einer dünnen Schicht Hautpflegecreme kann ein Mangel an Feuchtigkeit und speziellen Fettstoffen wieder ausgeglichen werden.
 Hautreinigungsmittel
Hautreinigungsmittel sind Hautmittel, die nach einer Tätigkeit zur Entfernung unerwünschter Stoffe sowie Schmutz auf der Haut eingesetzt werden (s.a. Grundwissen - Grundlagen: „Hautreinigung - möglichst schonend“).
 Hautresorptiv
Stoffe und Zubereitungen/Gemische, die sowohl über eine vorgeschädigte als auch die intakte Haut aufgenommen werden können und Organerkrankungen verursachen können. Dies sind Gefahrstoffe, die z. B. eines der nachfolgenden Kriterien aufweisen:

- Nennung als hautresorptiv in der TRGS 900 und TRGS 905,
- Einstufung mit H310, H311 oder H312
Mit „H“ in der MAK- und BAT-Wert Liste der DFG gekennzeichnete Stoffe sind ebenfalls als hautresorptiv zu betrachten. Eine (nicht abschließende) Liste hautresorptiver Stoffe findet man in der TRGS 401 Anlage 2.
 Hautschichten
Die menschliche Haut hat einen schichtförmigen Aufbau. Die äußerste Hautschicht, die so genannte Oberhaut (Epidermis) übernimmt eine wichtige Schutzfunktion gegen äußere Einflüsse. An die Oberhaut schließt sich die Lederhaut (Dermis) an, die als Bindegewebsstruktur für die Festigkeit und Belastungsfähigkeit der Haut verantwortlich ist. Das Fett- und Bindegewebe der Unterhaut (Subcutis) wirkt wärmend auf den Körper und dient als elastisches Polster bei Stoß und Druck (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Wissenswertes zur Haut“).
 Hautschutzmittel / Hautschutzcreme
Hautschutzmittel sind Hautmittel, die vor einer hautbelastenden Tätigkeit auf die saubere Haut aufgetragen werden und deren Schutzwirkung für die bestimmungsgemäße Anwendung mittels Wirksamkeitsnachweis nachgewiesen ist. In Abhängigkeit von den eingesetzten Arbeitsstoffen kann ein Hautschutzmittel auch die Hautreinigung nach der Arbeit erleichtern. Da es kein universelles Hautschutzmittel gibt, muss die Auswahl jeweils auf die spezifische Hautgefährdung abgestimmt sein und sich an der gefährdenden Tätigkeit orientieren. Insbesondere beim Umgang mit hautresorptiven Gefahrstoffen sollte der Einsatz von Hautschutzmitteln sehr sorgfältig abgewogen werden. Hautschutzmittel müssen den Anforderungen der Kosmetikverordnung entsprechen (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Inhaltsstoffe von Hautmitteln“).
 Hautschutzplan
Der Hautschutzplan muss für einen Arbeitsplatz/-bereich speziell aufgestellt werden. Er beinhaltet die Hautgefährdung am Arbeitsplatz und  welche Schutzhandschuhe und Hautmittel für den bestimmten Arbeitsplatz zu verwenden sind. Der Hautschutzplan sollte alle einzusetzenden Schutzprodukte aufführen. Er sollte an Waschplätzen bzw. an Arbeitsplätzen ausgehängt werden und zur Benutzung auffordern.
 Hydrophile Substanzen
Wasserliebende bzw. stark mit Wasser (oder anderen polaren Stoffen) wechselwirkende Substanzen. Das Gegenteil von hydrophil lautet hydrophob.
 Hydrophobe Substanzen
Wassermeidende bzw. nicht mit Wasser mischbare Substanzen. Das Gegenteil von hydrophob lautet hydrophil.
 Hygienische Händewaschung
Verfahren zur Anwendung von Desinfektionsmitteln mit Hilfe eines Waschpräparates und Wasser. Reinigung und Dekontamination erfolgen also in einem Arbeitsgang. Früher als "Händedekontamination" bezeichnet.