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Glossar

Hier finden Sie wichtige Begriffserklärungen in alphabetischer Sortierung.

 Leder
Leder ist durch Gerbung konservierte Haut. Die verschiedenen Gerbmittel und Gerbverfahren (mit Mineralsalzen, mit pflanzlichen Gerbstoffen, Fettgerbung sowie mit synthetisch hergestellten Gerbstoffen) beeinflussen die Eigenschaften des Leders. Lederhandschuhe - insbesondere aus Rindleder - bieten guten Schutz gegen thermische Einwirkungen, speziell gegen heißen Dampf und Metallspritzer. Gegen Gefahrstoffe wie z. B. Säuren, Laugen und Lösemittel bietet Leder jedoch nur einen sehr geringen kurzzeitigen Schutz. Lederhandschuhe sind deshalb als Schutzhandschuhe gegen Chemikalien ungeeignet. Hinsichtlich der Lederqualitäten wird zwischen Narben- und Spaltleder unterschieden. Narbenleder ist durch seine feste und glatte Oberfläche beständig gegen Öle und Fette. Aufgrund der Faserstruktur seiner Oberfläche ist es schnittempfindlicher als Spaltleder, das deutlich weicher als Narbenleder ist.
 Lipophil
Eine Bezeichnung für Stoffe, die sich in Fetten und Ölen gut lösen. Lipophile Substanzen sind in der Regel wasserabweisend.
 LLDPE
LLDPE (Low Level Density Polyethylen) zeigt ein gutes Ergebnis bei Permeationsuntersuchungen. Schon bei geringen Schichtstärken ist es gegenüber vielen Chemikalien resistent und undurchlässig. Die mechanischen Eigenschaften (Schnittfestigkeit etc.) des Materials sind jedoch nicht optimal, so dass für die Praxis teilweise empfohlen wird, über einen Schutzhandschuh aus LLDPE noch einen weiteren Handschuh, z. B. aus Naturgummilatex oder Nitrilkautschuk anzuziehen.
 Lösemittel
Lösemittel sind flüssige chemische Stoffe, die andere Stoffe (z. B. Druckfarben) verdünnen oder unerwünschte Stoffe (wie Farbreste, Fettrückstände oder Verschmutzungen) schnell ablösen und möglichst rückstandsfrei entfernen können.
 Maximale Tragedauer
Jeder Chemikalienschutzhandschuh hat nur eine zeitlich begrenzte Schutzwirkung bzw. eine maximale Tragedauer. Dies umfasst die Zeitspanne, in der ein Handschuh bei sachgemäßer Verwendung einen sicheren Schutz bietet und ist in bedeutendem Maße abhängig von der verwendeten Chemikalie und von der ausgeübten Tätigkeit.
 Membran
Eine Membran ist eine dünne Haut, die als Trennschicht dient und durch die der Transport von bestimmten Stoffen beeinflusst wird.
 Naturgummilatex
Naturkautschuk besteht aus Isopren-Grundeinheiten. Bei der Vulkanisierung, dem wichtigsten Verarbeitungsverfahren für Naturlatex, wird der Rohkautschuk nach Verkneten mit Schwefel auf 130–140°C (ca. 1 h) erhitzt. Naturgummilatex hat einen wesentlichen Vorteil: daraus hergestellte Handschuhe sind sehr elastisch und eigenen sich insbesondere für Tätigkeiten, die ein hohes Fingertastgefühl erfordern. Allerdings enthält Naturlatex ca. 2 bis 4 % Proteine, was ihn vom synthetisch hergestellten Kautschuk unterscheidet. Diese Proteine können Allergien auslösen. Als besonders kritisch gelten hierbei gepuderte Latexhandschuhe (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: "Handschuhmaterialien für Chemikalienschutzhandschuhe").
 Neopren®
siehe Polychloropren (CR)
 Nitrilkautschuk
Nitrilkautschuk (NBR = Acrylnitril-Butadien Kautschuk, Nitril) wird aus zwei Monomeren, Butadien und Acrylnitril, copolymerisiert. Nitrilhandschuhe weisen eine gute Flexibilität, gute mechanische Eigenschaften und gute Beständigkeiten auf (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: "Handschuhmaterial für Chemiekalienhandschuhe").
 Okklusionseffekt
Bei längerer Tragedauer kommt es unter feuchtigkeitsundurchlässigen Schutzhandschuhen (Elastomere, Gummi) zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau, der auch Okklusionseffekt genannt wird. Die Hornschicht der Haut quillt dabei auf. Dies wird zunächst als Furchenbildung der Haut sichtbar. Langfristig wird durch die veränderte Hornschicht die Widerstandsfähigkeit der Haut gegenüber äußeren Einflüssen herabgesetzt.
 P-Sätze
Die Sicherheitshinweise, P-Hinweise (precautionary statements), beschreiben Maßnahmen, um schädliche Wirkungen eines gefährlichen Stoffs oder Gemischs bei seiner Verwendung oder Beseitigung zu begrenzen oder zu vermeiden.
P-Sätze sind standardisiert.
 Parfüm
Parfüm ist ein Gemisch aus Riechstoffen und Alkohol.
Der Begriff Parfum kommt aus dem Französischen und bedeutet Duft. Die Franzosen haben das Wort wiederum aus der lateinischen Sprache entlehnt: per = durch, fumum = Rauch.
Neben Körperpflegeprodukten werden auch Haushaltsprodukte mit Riechstoffen funktional verfeinert, z. B. Luftbefeuchter, Seifen, Reinigungsmittel oder Haarfärbemittel. Selbst im Lebensmittelbereich werden Produkte mit Duftstoffen angereichert. In diesem Zusammenhang wird jedoch von Aromastoffen gesprochen. Ein bekanntes Beispiel ist die Vanille, die auch in Parfüms vorkommt.
 Penetration von Schutzhandschuhen
Durchdringen einer Chemikalie und/oder eines Mikroorganismus durch poröses Material, Nähte, Nadellöcher oder andere Mängel im Schutzhandschuhmaterial auf nichtmolekularer Ebene.
 Permeation von Schutzhandschuhen
Das Durchwandern einer Chemikalie durch das Material des Handschuhs auf molekularem Wege (siehe auch Rubrik Grundwissen/Grundlagen: "Permeation, Durchbruchzeit, Schutzindex").
 pH-Wert der Haut
Gesunde Haut hat einen Schutzfilm aus Wasser und Fett mit einem pH-Wert zwischen 5,5 bis 6,5, also im schwach sauren Bereich. Hierdurch wird das Wachstum von Bakterien weitgehend behindert (s. a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Wissenswertes zur Haut“).
 pH-Wert Messung
Der pH-Wert der Haut kann mittels einer Mess-Sonde bestimmt werden, die auf die Haut aufgesetzt wird.
 Physikalische Einwirkungen
Physikalische Einwirkungen auf die Haut, die zu Schädigungen führen können, entstehen vor allem durch Kälte, Hitze sowie den häufigen Kontakt mit Wasser oder mechanische Beanspruchungen.
 Piktogramme zu den Europäischen Normen
Piktogramme sind Symbole, die auf einem geprüften Schutzhandschuh abgebildet werden. Sie signalisieren dem Nutzer auf den ersten Blick, für welchen Einsatzbereich der Schutzhandschuh geeignet sein kann (weiteres siehe Rubrik „Grundwissen/Grundlagen: Kennzeichnung von Chemikalienschutzhandschuhen“, „Mechanische Beständigkeit von Schutzhandschuhen“).
 Polychloropren (CR)
Polychloropren (CR = Chloropren-Kautschuk, Neopren®) ist ein Kautschuk, in den Chloratome eingebaut sind. Durch diese Variation erhöht sich die Chemikalienbeständigkeit und die Alterungsresistenz gegenüber einfachem Kautschuk (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: "Handschuhmaterialien für Chemikalienschutzhandschuhe").
 Polyurethan (PU)
Polyurethan (PU, PUR) ist ein synthetisches, elastomeres Polymer zur Beschichtung von Schutzhandschuhen.
 Polyvinylchlorid (PVC)
Bei der Herstellung von Polyvinylchlorid (PVC) werden Vinylchlorid-Monomere zu kettenförmigen Molekülen verbunden. PVC ist alterungsbeständig und ist aufgrund des polaren Chloratoms öl- bzw. kohlenwasserstoffbeständig. Allerdings werden zum Ausgangsstoff "Weichmacher" hinzugefügt. Diese Zusätze vermindern die Beständigkeit und erleichtern die Permeation von Chemikalien (s.a. Rubrik: Grundwissen - Grundlagen: „Handschuhmaterialien für Chemikalienschutzhandschuhe").
 Profilierung
Strukturierung der Handschuhoberfläche zur Erhöhung der Griffsicherheit. Profilierungen gibt es in vielen Varianten (z. B. Rautenprofil, Noppenprofil). Hinzu kommen unterschiedlich ausgestaltete Oberflächen (glatt, rau), die ebenfalls einen Einfluss auf die Griffsicherheit haben. Zur Beurteilung der Griffsicherheit existiert keine einheitliche Norm. Hier hilft nur der Test mit einem Muster.
 PSA-Benutzungsverordnung
Diese deutsche Verordnung ist die nationale Umsetzung der Richtlinie 89/656/EWG über Mindestvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen durch Arbeitnehmer bei der Arbeit. Sie gilt für die Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstungen durch den Arbeitgeber sowie für die Benutzung persönlicher Schutzausrüstungen durch Beschäftigte bei der Arbeit.
 Quellung von Handschuhmaterial
Beim Quellungsvorgang "löst" sich die Chemikalie im Handschuhmaterial. Hierbei lösen sich insbesondere polare Chemikalien in polaren Kautschuken (z. B. Nitrilkautschuk) und unpolare Stoffe in unpolaren Kautschuken. Material mit einem engen Netzwerk (Fluorkautschuk) lagert insgesamt nur wenige Moleküle ein (siehe auch Rubrik Grundwissen/Grundlagen: "Degradation").
 Reizend
Nach GHS bzw. der CLP-Verordnung EG Nr. 1272/2008 werden Stoffe und Gemische, die haut- und /oder augenreizend wirken, mit dem Piktogramm GHS07 gekennzeichnet.
 Resorption
Unter dem Begriff Resorption versteht man die Stoffaufnahme in biologischen Systemen. Bei Menschen und Wirbeltieren versteht man hierunter insbesondere die Aufnahme von Stoffen aus dem Nahrungsbrei im Darm während der Verdauung.
 Schichteln
Eingenähte Seitenteile an den Fingern der Schutzhandschuhe
 Schnittfestigkeit
Schnittfestigkeit umschreibt die Eigenschaft des Schutzhandschuhs, widerstandsfähig gegenüber Schnittbelastungen zu sein (weitere Informationen siehe Rubrik Grundwissen/Grundlagen: "Mechanische Beständigkeit von Schutzhandschuhen").
 Schutzindex
Die Widerstandsfähigkeit eines Schutzhandschuhmaterials gegen die Permeation durch eine Chemikalie wird bestimmt, in dem die Durchbruchzeit der Chemikalie durch den Handschuh gemessen wird. Auf diese Art wird jede Kombination Schutzhandschuh/Prüfchemikalie in eine Klasse eingeteilt, die nur für eine bestimmte Chemikalie gilt. Die einzelnen Klassen werden entsprechend der Norm als Schutzindex bezeichnet. Die Klassifizierung der Durchbruchzeit erfolgt in 6 Leistungsstufen. Ein Handschuh wird als beständig gegen Chemikalien angesehen, wenn ein Schutzindex von mindestens Klasse 2 (> 30 min) bei drei Prüfchemikalien erhalten wird (siehe auch Rubrik Grundwissen/Grundlagen: „Permeation, Durchbruchzeit, Schutzindex“).
 Schutzkleidung
Persönliche Schutzausrüstung, die den Rumpf, die Arme und die Beine vor schädigenden Einwirkungen bei der Arbeit schützen soll. Die verschiedenen Ausführungen der Schutzkleidung können gegen eine oder mehrere Einwirkungen schützen (BGR 189). Bei der Auswahl sind die Forderungen nach bestmöglichem Schutz einerseits und nach Tragekomfort andererseits abzuwägen. Die eingesetzte Schutzkleidung sollte zudem den jeweiligen EN-Normen entsprechen.